Sylvanit
 
Petzit Nagyagit Maldonit Krennerit Auricuprid Aurostibit Calaverit Goldvarietaeten Platin Silber Goldwaschen Gold
Sylvanit
Kotchbulak, Usbekistan
GUS
Originalstufe:  4 x 3,5 x 2,8 cm
Archiv-Nr. M-34-19
Foto & Sammlung: ©ws-minifossi-2001
Sylvanit
Kotchbulak, Usbekistan
GUS
Originalstufe:  4 x 3,5 x 2,8 cm
Archiv-Nr. M-34-21
Foto & Sammlung: ©ws-minifossi-2001
Sylvanit
Kotchbulak, Usbekistan
GUS
Originalstufe:  4 x 3,5 x 2,8 cm
Archiv-Nr. M-34-20
Foto & Sammlung: ©ws-minifossi-2001
Sylvanit, 11/D.16-2.

(Au,Ag)2Te4 monoklin, stahlgrau bis gelblich silberweiß, hoher Metallglanz, 
H = 1 1/2 - 2, Strich stahl-grau bis silberweiß, spröde, Spaltbarkeit nach  010 
vollkommen, Bruch uneben, die 3 stärksten d-Werte 3.05 (100), 2.25 (30),
2.15 (50).

Das silberhaltige Goldtellurid erscheint meist in niedrig bis mäßig temperierten, 
hydrothermalen Gängen und Klüften porphyrischer Gesteine, normalerweise 
als späte Mineralisation zusammen mit ged.  Gold, Pyrit, Akanthit, Bleiglanz, 
Kupferkies, Fluo-rit, Karbonaten und Chalcedon.  Weitere typische Begleiter
sind die Telluride Calaverit und Krennerit, sowie Altait, Hessit und Petzit, selten 
auch Nagyagit. Sylvanit kann in Quarzdrusen ausgezeichnete zentimetergroße, 
nach 001 oder 010 gestreckte kurzprismatische Kristalle bilden, die meist nach 
100 oder 010 dicktafelig bis leistenförmig entwickelt sind, manchmal auch 
dünnstengelig bis nadelig (1 - 1,5 cm lang) - bekannt sind über 70 verschiedene
Kristallformen!

Skelettkristalle mit hohlen Flächenformen finden sich ebenso wie 
Durchdringungszwillinge nach 100.  Hierbei entstehen typisch gestreckte bis
fiederförmige, schriftzeichenähnliche Formen, die früher als "Schrifterz " bezeichnet 
wurden.  Sylvanit-Prismen, die sich durch ihre gute 010-Spaltbarkeit leicht vom
ähnlichen Calaverit unterscheiden lassen, sind manchmal pseudomorph in 
ged. Gold umgewandelt.

Benannt hat der Mineraloge Necker (1835) das Gold-tellurid nach dem alten 
Namen "sylvanium" für das Element Tellur und nach der rumänischen Landschaft
Transylvanien. 

Hier war es aus der Grube Franciscus bei Baia-de-Aries (Offenbanya) und aus 
Sacaramb (Nagyag) erstmals als 'Weissgolderz' (Müller v. Reichenstein, 1785)
und als "Schrifterz“ (M.H. Klaproth, 1798) beschrieben worden. 

Sylvanit findet sich in kleinen, meist nicht bauwürdigen Mengen auf vielen 
Goldlagerstätten. Von verschiedenen Fundorten stammen prächtige Schaustufen, 
die den Sylvanit schon im vergangenen Jahrhundert zu einem begehrten, klassischen 
Sammlermineral machten. 

Rumänien: Fata Baii (Fazebanja, Sacaramb und Baia-de-Aries in Siebenbürgen 
(ausgezeichnete Stufen!).  Schweden: Glava, Värmland.  Kanada: Dome Mine, Porcupine, 
Ontario.  USA: Cripple Creek, Boulder/Colorado (Reicherz, auch hübsche 
Micromount-Kristalle mit blaßviolettem Fluorit); Melones & Stanislaus Mines, Calaveras Co., 
Kalifornien (gute Stufen, auch aus den Trinity und Tuolumne Counties); bekannte Fundorte
liegenauch in Oregon, Idaho, Montana und South Dakota. West-Australien: Kalgoorlie &
Mulgabbie. Fidschi-Inseln: Emperor Mine, Viti Levu (Micromounts).

Literatur: Anthony et al. (1990), 509.

Quelle und sehr empfehlenswerte Literatur:

"Goldmineralien und ihre Varietäten"
in: "Gold - Mineral, Macht und Illusion: 500 Jahre Goldrausch"
extra Lapis Nr. 2, 1992, Seite 42 ff
Christian Weise Verlag München
ISBN 3-921656-23-0
Hotline: http://www.lapis.de
 


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